Anführungszeichen blödsinnig "gebraucht"

(31.10.07)

Milk

Anführungszeichen werden in erster Linie gebraucht, um wörtliche Rede, Zitate kenntlich zu machen: Doppelpunkt, Anfüzeichen unten, blablabla, Anfüzeichen oben, kennt man ja.

Sie werden ebenfalls benutzt, um Begriffe auf eine ganz bestimmte Weise zu betonen und sie so auch sichtbarer zu machen, etwa einen extravaganteren wie die Zusatzbezeichnung einer Sonder-Edition eines Autos: "Der neue XY "Klatsch-Bum"."
Aber auch, um ein eigentlich unpassendes Wort zu kennzeichnen und so förmlich zu akkreditieren. Wenn etwa ein Torwart kurz vor Schluß den entscheidenden Fehler macht und seine Mannschaft dadurch doch noch das Spiel verliert, ist er deswegen schon mal der "Held" des Tages.

Allerdings sollte man diese Anfüzeichen dann auch tunlichst weglassen, wenn man es ernst meint, schließlich liest sich erwähnter "Held" eben durch die Strichelchen ja wie "Depp" und nicht seines wortwörtlichen Sinnes ensprechend. So sollte man also einen Helden auch als Helden schreiben und nicht als "Helden".

Erfreulicherweise gibt es diese ungewollten Ironisierungen aber schon mal und passend dazu auch eine Internetseite, die sich dieser Angelegenheit annimmt und teilweise wirklich coole Sinnverblödelungen präsentiert. Die Kommentare unter den Bildern haken auch noch mal gerne "nett" nach:

quotation-marks.blogspot.com

Gut beömmelt hab ich mich über den Wein vom 25. und das tomatenrote Hiring-Schild vom 22. Oktober, nicht zuletzt aufgrund der darunter stehenden Kommentare. Und vor allem dank der Überschrift über die "Plastic" "Spoons" vom 17., ebenfalls Oktober.

:)